Die EU-Kommission investiert stark in die Photonikforschung. Ziel ist es, ein EU-weites Ein-Gigabyte Breitbandnetzwerk aufzubauen. Insgesamt dreizehn Projekte sollen in diesem Bereich unterstützt und bezuschusst werden, um es in naher Zukunft auch Privathaushalten zu ermöglichen, einen superschnellen Internetzugang zu nutzen.
Ein Gigabyte pro Sekunde
Zurzeit liegen die schnellsten Übertragungsraten bei Anbietern wie Alice DSL bei maximal 50.000 Kbit/s. Die neue Technologie soll allerdings deutlich schnellere Verbindungen ermöglichen. Basis dieses schnellen Zugangs, der mehr als ein Gigabyte pro Sekunde übertragen soll, ist die Photonik. Hierbei handelt es sich um die Nutzung von optischen Verfahren zur Übertragung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen. Die verschiedenen Forschungsprojekte beschäftigen sich damit, wie die Datenübertragung verbessert werden kann, um das Internet noch schneller zu machen. Bis 2020 sollen alle europäischen Bürger auf das extrem schnelle Internet zugreifen können. Gleichzeitig soll durch die Förderung der Technologie eine Investitionswelle im Bereich der IKT-Forschung ausgelöst werden.
Immer größere Datenmengen
Das neue Gigabite Breitbandnetzwerk wird die Möglichkeiten des Internets weiter vergrößern. Die wesentlich höheren Übertragungsleistungen werden dafür sorgen, dass sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Bereich Innovationen besser genutzt und verbreitet werden können. Die Nachfrage nach schnellem Internet steigt stetig, denn bereits in den letzten Jahren sind viele breitbandintensive Dienste entstanden. So wird die Technologie zum Beispiel von der Unterhaltungsindustrie immer mehr nachgefragt. Das Herunterladen von Filmen und Musik, 3-D und HD Technologie, all dies benötigt schnellere Übertragungsraten, als es sie zurzeit gibt. Auch im geschäftlichen Bereich werden immer größere Datenmengen versandt und empfangen. Videokonferenzen und die Nutzung von Clouds sorgen für immer größere Datenströme, die vom herkömmlichen DSL kaum noch getragen werden können. Durch die Optimierung der Vermittlungstechnologie sollen Datenflüsse in Zukunft genau dorthin geleitet werden, wo sie benötigt werden. So werden Engpässe bei Routern vermieden und auch die Kosten können reduziert werden. Auch die Steigerung der Übertragungsleistung von Breitbandhalbleitern soll dazu beitragen, die Geschwindigkeit des Internets zu erhöhen. Unter anderem soll das durch neue Sende- und Empfangsgeräte erreicht werden.
Ein Gemeinschaftsprojekt
Insgesamt werden 22,3 Millionen Euro an die dreizehn Forschungsprojekte verteilt. Ein Drittel der Summe wird von der Europäischen Union bereitgestellt, den Rest finanzieren die am Projekt beteiligten Länder. Hierzu zählen neben Deutschland noch Polen, Großbritannien, Österreich und Israel. Schon in zwei bis drei Jahren sollen die Projekte ihre Ergebnisse präsentieren. Ziel ist es, durch die gemeinsame Forschung schneller zu Ergebnissen zu gelangen und die kritische Masse zu erreichen, die notwendig ist, um die Markteinführung effektiv durchzuführen. Das Projekt soll die Voraussetzungen schaffen, der europäischen Bevölkerung ultraschnelles Internet zur Verfügung zu stellen, ohne dass den Bürgern zusätzliche Kosten entstehen.
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